Reform des Bayerischen Jagdgesetzes 2026 – kurz zusammengefasst
Für das Bayerischen Jagdgesetz gibt es mehrere Änderungen, die für Dachauer Jagdgenossenschaften, Revierinhaber und Jägerinnen und Jäger relevant sind. Wir haben die wichtigsten Punkte zusammengefasst, damit Sie sich auf die Neuerungen einstellen können.
Sobald absehbar ist, wann genau diese Änderungen in Kraft treten, erfolgen weitere Informationen – geplant sei dies im Laufe des März. Wir möchten ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Regelungen zwar voraussichtlich kommen werden, aktuell allerdings noch nicht gelten!
Abschussplanfreiheit beim Rehwild
Jagdgenossenschaften und Revierinhaber können unter bestimmten Voraussetzungen künftig auf den behördlichen Abschussplan verzichten – müssen aber nicht. Somit kann die Jagdgenossenschaft entscheiden, wie viel Rehwild entsprechend Geschlecht und Alter bejagt werden, ohne den bisherigen Pflichtplan. Die Entscheidung wird jährlich getroffen und kann für das jeweilige Revier angepasst werden. Im gemeinsamen Waldbegang mit dem Revierpächter oder der Revierpächterin ist in den Dialog zu treten, in roten Revieren ist ein Jagdkonzept auszuarbeiten.
Durch die Schaffung der Möglichkeit zur Abschussplanfreiheit soll mehr Eigenverantwortung und lokale Anpassung ermöglicht werden und Lösungen gemeinsam und unbürokratisch zu finden. Hegeschau und Streckenlisten bleiben weiterhin Pflicht.
Neue Jagdzeiten für Rehwild
Es erfolgte die Anpassung der Jagdzeiten für Rehwild an die veränderten Vegetationszeiten. Böcke und Schmalrehe dürfen nun früher bejagt werden. Beide haben ab 16. April Jagdzeit, bei Böcken dann wie gewohnt bis 15. Oktober, Schmalrehe bis 15. Januar. Bei Geißen und Kitzen bleibt die Jagdzeit beim 1. September bis 15. Januar.
Weitere Anpassungen der Jagdzeiten
- Grau- und Kanada-Gänse: 1. August bis 28. Februar, zusätzlich sitzende juvenile Gänse vom 1. bis 31. Juli
- Ringeltauben: bisherige Jagdzeit (1. November bis 20. Februar) wird um Sonderregelung für auf Ackerland oder auf Neueinsaaten von Grünland oder Baumschulkulturen einfallende Trupps von mind. 3 Tieren ergänzt
- Steinmarder: 1. August bis 28. Februar (adult), 1. Juni bis 28. Februar (Jungtiere)
- Dachse: 1. August bis 31. Januar (adult), 16. April bis 31. Januar (Jungtiere)
Wolf und Goldschakal
Wolf und Goldschakal werden nun in das Bayerische Jagdrecht aufgenommen. Damit kann es klarere Regelungen für Bestandsmanagement und Schutzmaßnahmen geben. Bayern und der Bund arbeiten weiter an einer Regelung zur Bejagung des Wolfs und Goldschakals.
Sonstige Änderungen
- Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen werden künftig nicht mehr automatisch befriedet; Der Zubau der Anlagen führt nicht mehr dazu, dass die Mindestgröße bestehender Gemeinschaftsjagdreviere (250 ha) unterschritten wird; Flächen dieser Anlagen bleiben als Jagdfläche und Wildlebensraum erhalten.
- Künftig wird die Sachkunde für die Fallenjagd mit Ablegen der bayerischen Jägerprüfung nachgewiesen.
Handlungsempfehlungen, sobald Änderungen in Kraft treten
- Veränderte Jagdzeiten einprägen
- Im jeweiligen Revier die neue mögliche Jagdzeit für Rehwild (Böcke/Schmalrehe) mit sämtlichen Mitjägern besprechen und ggf. planen/umsetzen – so hat jeder Klarheit darüber, was zu tun und zu lassen ist. Mitdenken bei der Jagdausübung hinsichtlich verbissgefährdeter Flächen und Wildruhezonen.
- Bei nächster Jagdgenossenschaftsversammlung diskutieren und Beschluss fassen, ob Abschusspläne weiterhin gelten oder ob auf Abschlussplanfreiheit und Waldbegang gesetzt wird und welche Vereinbarungen mit Pächtern zu treffen sind. Der Beschluss muss bei der Unteren Jagdbehörde angezeigt werden.
- Regelmäßig verfolgen, wann und welche Regelungen zum Management von Wolf und Goldschakal gelten.
Diese Änderungen betreffen alle Jägerinnen und Jäger im Landkreis Dachau und in Bayern direkt. Wir empfehlen, sich frühzeitig mit den Neuerungen vertraut zu machen, um waidgerechte und rechtskonforme Jagd zu gewährleisten.
➡ Weitere Informationen erhalten Sie beim zuständigen Hegering, im Faktenblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie oder beim JJV Dachau.








