Wilderei ist kein Kavaliersdelikt

Immer wieder wurden in den letzten Wochen Fälle von grausiger Wilderei bekannt, wo Tiere mit Schlingen gefangen oder mit fürchterlichen Schussverletzungen aus nichtjagdlichen Waffen qualvoll zu Grunde gingen.

„Mit Romantik hat das nichts zu tun“, betont Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägerverein Dachau (JJVD). „Wilderer handeln einfach nur kriminell.“ Über 200 Fälle pro Jahr werden bayernweit von der Polizei erfasst. Die Dunkelziffer aber liegt viel höher. Bisher konnten auch nur wenige Täter verurteilt werden. Die Aufklärungsquote liegt bei rund 26 Prozent. Der Grund: Die Beweissicherung ist ausgesprochen schwierig, weil viele der gewilderten Tiere einfach mitgenommen oder irgendwo in der Natur entsorgt und so nicht entdeckt werden.

Die Motive der Wilderer sind unterschiedlich: Manche Wilderer wollen die Trophäe, andere wildern, um billig an Wildfleisch zu kommen. Es gibt aber auch Wilderer, die einfach nur Tiere töten wollen. „Wilderei ist eine Straftat und muss strafrechtlich mit allen Konsequenzen verfolgt werden“, sagt Vorsitzender Dr. Ernst-Ulrich Wittmann. „Wir als anerkannter Naturschutzverband verurteilen alle Verstöße gegen das Tierschutz-, Naturschutz-, Jagd- und Waffengesetz und fordern einen respektvollen Umgang mit der Natur und den Wildtieren in Stadt, Feld und Wald“.

Neben der Jagdwilderei ist auch noch die Wilderei an Tieren zu beklagen, die unter Naturschutz stehen, wie etwa der Luchs. Deshalb hat der BJV zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem WWF sich für einen bayerischen „Aktionsplan Wilderei“ stark gemacht. Zur Notwendigkeit dieses Aktionsplanes führt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann aus: „Die Gesellschaft nimmt heute unter dem Vorzeichen des weltweiten Artensterbens Wildereidelikte immer mehr wahr, nicht nur im fernen Afrika sondern auch bei uns vor der Haustür. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Ermittlungen endlich auch zu Prozessen und gegebenenfalls auch zu einer Verurteilung des Täters führen. Unser Anliegen ist es, Polizei, Staatsanwälte und Richter auf diesem Weg zu ermutigen und zu unterstützen.“

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