Warum ist Krähenjagd sinnvoll und notwendig?

Wenn jetzt bei Tagesanbruch nicht nur einzelne Schüsse fallen, sondern eine Salve von vielen Schüssen hintereinander, dann sind die Jäger auf Enten, Gänse oder auf Krähenjagd unterwegs. Um diese Jahreszeit ist ein gemeinsamer Ansitz auf den schwarzen Rabenvogel sinnvoll, weil jetzt noch Jungkrähen und Altvögel im Schwarm zusammen sind. Bejagt wird übrigens ausschließlich die Rabenkrähe. Die seltene Saatkrähe, die Dohle oder der Kolkrabe dürfen nicht gejagt werden.

Warum überhaupt Krähenjagd

„Die Rabenkrähe zählt zu den wichtigsten Fressfeinden vieler Jungtiere und Jungvögel in Feld und Flur, noch vor Fuchs, Dachs und Wiesel, vor Habicht und Sperber. Wer möchte, dass auch Hasen, Fasane, Rebhühner, Wachteln, Kiebitze und Feldlerchen eine Überlebenschance haben, für den ist die Bejagung der Rabenkrähe angesagt, wenn die Bestände zu hoch sind“, sagt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, erster Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins in Dachau. Die Rabenkrähe ist ein klassischer Kulturfolger. „Das heißt“, so Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, „sie werden durch die heutige Kulturlandschaft eher begünstigt. Die Folge, die Zahl der Krähen nimmt lokal extrem zu. Ein Teufelskreis, denn so üben die Krähen auf die Verlierer der veränderten Kulturlandschaft zusätzlich Druck aus.“ In naturnahen Landschaften gäbe es gar keine Diskussion, weil von vornherein viel niedrigere Populationsdichten vorhanden wären und reichlich Deckung für die Beutetiere.

Warum die Jagd in frühen Morgenstunden?

Krähen sind ausgesprochen schlaue Vögel, sie sehen weit und gut und erkennen sogar das Auto ihres Jägers wieder, sagt man. Der muss sich einiges einfallen lassen, um sie zu erwischen und er muss früh aufstehen. Das heißt, er muss gut getarnt längst an seinem Stand stehen und stillhalten, bevor die Krähen zur Nahrungssuche aufbrechen.

Krähen werden übrigens mit Schrot geschossen. Nur so können sie sicher auch im Flug erlegt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Jagd: Die Vergrämung. Ein Schwarm, der einmal beschossen wurde, verschwindet erst einmal aus der Region, zumindest für eine gewisse Zeit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jagd-bayern.de

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