Warnung vor erhöhter Wildunfallgefahr im Herbst

Mit dem Herbstanfang herrscht auch wieder erhöhte Unfallgefahr auf den Straßen. Insbesondere der Berufsverkehr fällt oft in die Dämmerung und damit in die aktive Zeit von Rehwild, Wildschweinen und Rotwild. Fallendes Herbstlaub, Nässe und Nebel sind eine zusätzliche Gefahrenquelle für den Autofahrer. Sie sorgen für rutschige Straßen und verlängerte Bremswege.

Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau (JJVD) appelliert deshalb an alle Verkehrsteilnehmer: „Fahren Sie vorsichtig, auch in Ihrem eigenen Interesse, wenn Sie durch Waldstücke und entlang von Hecken fahren, den das Wild tritt oft unvermittelt auf die Straße. Behalten Sie daher auch immer den Fahrbahnrand im Auge und seien Sie stets bremsbereit.“

Besonders jetzt ist die Gefahr auch in der Feldflur groß. Die Maisernte ist in vollem Gange. Der Mais hat unseren Wildtieren, vor allem den Rehen und Wildschweinen, während der Sommermonate ideale Deckung geboten und damit ein rundum sicheres Versteck. Wenn jetzt die großen Häcksler anrollen und Reihe für Reihe ernten, flieht das Wild panisch aus dem Feld und rast ohne Halt auch über die Straße. Das heißt, die Autofahrer müssen auf alles gefasst sein.

„Wenn Sie jetzt an einem Maisfeld vorbeikommen, dann fahren Sie besonders vorsichtig und seien Sie immer bremsbereit, insbesondere, wenn die Ernte im Gange ist“, warnt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann: „Fuß vom Gas, Geschwindigkeit anpassen, bei 80 km/h ist der Bremsweg bereits rd. 55 Meter, und genügend Abstand zum Vordermann halten. Zudem sollten Sie die Fahrbahnränder nicht aus den Augen lassen.“

Zu beachten ist auch, dass zu dieser Jahreszeit Rehe und Wildschweine selten allein unterwegs sind. Das heißt, wenn ein Tier über die Straße läuft, muss der Autofahrer damit rechnen, dass noch andere folgen. Der Nachwuchs zum Beispiel, läuft dem Muttertier blindlings hinterher. „Steht ein Stück Wild auf der Fahrbahn“, so Dr. Ernst-Ulrich Wittmann: „sollten Sie abblenden und mit kontrolliertem bremsen die Geschwindigkeit reduzieren, denn bereits bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h prallt ein Wildschwein mit 3,5 Tonnen auf das Auto. Wenn der Zusammenstoß nicht mehr zu verhindern ist, müssen Sie das Lenkrad unbedingt gerade halten. Versuchen Sie auf keinen Fall unkontrollierte Ausweichmanöver!“

Die goldene Regel, zum korrekten Verhalten nach einem Unfall, lautet: Ruhe bewahren! Dr. Ernst-Ulrich rät: Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, legen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Personenschutz geht vor! Wichtig ist auch das korrekte Angeben des Unfallortes mit Hilfe des Navigationsgerätes, des Handys oder der Straßenmarkierungen. Oft hilft auch ein Blick auf Stationszeichen am Straßenrand.

Verletzte Tiere dürfen keinesfalls angefasst werden. Das gilt vor allem für Wildschweine, sie können aggressiv sein. Wurde das Wild durch den Zusammenstoß getötet, sollte man es nach Möglichkeit von der Fahrbahn an den Rand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Das getötete Wild dürfen Sie auf keinen Fall mitnehmen, das wäre Wilderei. Laut Gesetz müssen Sie einen Wildunfall unverzüglich der Polizei melden. Nur so kann der zuständige Revierpächter verständigt und das leidende Tier vom Jäger erlöst werden. Denn auch wenn das Wild nach der Kollision scheinbar unversehrt weiterläuft, ist es meistens schwer verletzt und geht jämmerlich zu Grunde.

Bildnachweis: Wilhelm Irsch / piclease

Subscribe to our Newsletter!

Sign up to receive environmental news and updates!