Stellungnahme zur Fuchsräude

Die Fuchsräude (Sarcoptes scabiei var. vulpes) gehört zur Gattung der Grabmilben. Grabmilben kommen bei über 40 Säugetierarten vor und sind weltweit verbreitet. Wie der Name „Grabmilbe“ schon verrät, graben die weiblichen Milben zur Eiablage tiefe Bohrgänge in die Haut, was beim erkrankten Rotfuchs massiven Juckreiz auslöst. Durch das Kratzen und Scheuern des Fuchses kommt es zu Hautläsionen, sekundären bakteriellen Wundinfektionen und dem typischen Haarausfall mit borkigen Auflagerungen. Betroffene Stellen sind vor allem Lunte, Kruppe und die Hintergliedmaßen. Auch eine Verhaltensänderung der Füchse, wie z.B. die Tagaktivität, ist zu beobachten. Die meisten der erkrankten Tiere werden dadurch so geschwächt, dass sie innerhalb weniger Monate an den Folgen versterben. Somit stellt sich diese Krankheit als klassisches Dichteregulativ dar.

Die Fuchsräude ist eine sogenannte Faktorenkrankheit. Dies bedeutet, dass mehrere Faktoren vorhanden sein müssen, damit es zum Ausbruch der Krankheit kommt – beispielsweise ein geschwächtes Immunsystem, sehr junges oder hohes Alter, schlechter Ernährungszustand etc. Gerade für Jäger und Hundeführer ist es wichtig zu wissen, dass auch unauffällige Tiere, also symptomlose Füchse, Träger von Sarcoptesmilben sein können. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Milben unter optimalen Umweltbedingungen (hohe Feuchtigkeit, kühle Temperaturen um ca. 10° Celsius) mehrere Tage ohne Wirt überleben können.

Auch unsere Hunde können sich mit der Fuchsräude infizieren. Dies geschieht bei direktem Kontakt mit Füchsen, aber auch bei indirektem Kontakt wie z.B. dem Einschliefen in den Fuchsbau. Typisches Leitsymptom bei Hunden mit Sarcoptesmilbenbefall ist der hochgradige Juckreiz. Wird der Hund umgehend beim Tierarzt mit einem milbenabtötenden Mittel (Akarizide) behandelt, so kann die Erkrankung schnell eingedämmt werden. Ansonsten kommt es zu ähnlichen Fell- und Hautveränderungen wie bei klinisch auffälligen Füchsen. Gerade den Baujägern empfiehlt Tierarzt Dominik Diepold, den Hund nach der Baujagd gründlich mit speziellen Shampoos zu waschen und ihn zusätzlich prophylaktisch gegen Ektoparasiten zu schützen. Bitte denken Sie auch an den Fuchsbandwurm und entwurmen sie während der Saison spätestens alle 4 Wochen ihren Hund, um bei einer eventuellen Infektion ein Ausscheiden von Fuchsbandwurmeiern zu verhindern.

Von Fuchsräude befallene Hunde; © Dr. med. vet. Ursula Mayer

Nicht nur der Hund kann zum Opfer der Sarcoptesmilbe werden, sondern auch der Mensch. Da dieser aber nur als Fehlwirt fungieren kann, kommt es hierbei nur zur Ausbildung der sogenannten „Pseudokrätze“. Diese führt zu juckenden, papulösen Hautveränderungen. Die Milbe kann sich in der menschlichen Haut jedoch nicht fortpflanzen und die Erkrankung heilt in den allermeisten Fällen komplikationslos aus.

Um das Infektionsrisiko für Mensch und Hund so gering wie möglich zu halten, sollte vor allem mit erlegten bzw. verendet aufgefundenen Füchsen bewusst und hygienisch umgegangen werden. Hundehalter sollten in gefährdeten Bezirken, wie dies auch durch das vermehrte Auftreten der Fuchsräude der Landkreis Dachau der Fall ist, Hunde an der Leine halten und auf den öffentlichen Wegen bleiben.

Für weitere Fragen stehen Ihnen der Jagdverband und unser Tierarzt Dominik Diepold unter animal-doc@gmx.de zur Verfügung.

Bildnachweis Titelbild: Juan lacruz / Wikipedia

Quellen:
1. U. Fischer: Fuchsräude – Fachliche Information.
2. TU München, Arbeitsgruppe Wildbiologie und Wildtiermanagement am Lehrstuhl für
Tierökologie: Informationen zur Fuchsräude.
3. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin, Georg Thieme Verlag (2008)