Paarungszeit des Rehwilds: JJVD rät Autofahrern zur Vorsicht

In den nächsten Wochen geht es wild zu in Feld und Wald. Für das Rehwild hat jetzt die Paarungszeit (Brunft) begonnen und die läuft alles andere als still und heimlich ab, erklärt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägerverein Dachau (JJVD). „Das heißt, in den nächsten Wochen, bis ca. Mitte August, sind die Rehe besonders aktiv unterwegs und oft auch tagsüber zu sehen.“

Zu beobachten ist jetzt, dass der Bock die brunftige Geiß durch Wiesen und Felder treibt und sich mit Rivalen Kämpfe und spektakuläre Verfolgungsjagden liefert. Zurück bleiben gelegentlich Kreise im Getreide, das beim wilden Liebesreigen niedergetreten wurde. Diese werden auch als Hexenringe bezeichnet.

Den Auftakt der Paarungszeit bestimmen die Rehe, die Duftstoffe freisetzen und so ihre Bereitschaft signalisieren. Bedrängt der Bock die Geis allerdings allzu aufdringlich, reagiert sie mit einem schrillen Fiepton und sucht das Weite.

Die Paarungszeit der Rehe ist Mitte Juli bis Mitte August. Bei den Rehen gibt es aber eine wildbiologische Besonderheit, die so genannte Eiruhe. Dabei wird die befruchtete Eizelle erst einmal eingelagert, das heißt, sie nistet sich über einige Monate in der Gebärmutterschleimhaut ein, ohne sich weiter zu entwickeln. Erst mit zunehmender Tageslichtlänge im Spätwinter setzt die Zellteilung ein und der entstehende Embryo wächst. Durch eine solche „verlängerte“ Tragzeit beim Reh wird sichergestellt, dass die Jungtiere in der für sie optimalen Jahreszeit im Frühjahr geboren werden.

Da „Liebe bekanntlich blind macht“ jagen brunftige Rehe oft auch unvermittelt über die Straße. Da kann es schnell zu Wildunfällen kommen. Vorsitzender Dr. Ernst-Ulrich Wittmann appelliert daher an alle Verkehrsteilnehmer: „Fahren Sie auch in Ihrem eigenen Interesse jetzt besonders vorsichtig. Blenden Sie ab, wenn bei Nacht Wild auf der Straße steht. Speziell bei Fahrten entlang unübersichtlicher Straßenränder, durch Waldstücke, entlang von Hecken oder zwischen Mais- oder Getreidefelder, können unvermittelt Rehe auf der Straße auftauchen. Behalten Sie daher auch immer den Fahrbahnrand im Auge und seien Sie stets bremsbereit.“ Ein Reh kommt zur Paarungszeit selten allein. Meist folgt der Geiß ein Bock, so Dr. Ernst-Ulrich Wittmann: „Ist ein Zusammenstoß mit Wild nicht zu verhindern, ist das Lenkrad unbedingt gerade zu halten. Versuchen Sie keinesfalls unkontrollierte Ausweichmanöver.

Bildnachweis: Astrid Brillen / piclease