Nachtsichtgeräte für Schwarzwildjagd erlaubt

In einer kürzlich in Kraft getretenen Allgemeinverfügung ist geregelt: Die Jägerschaft im Landkreis Dachau kann nun – befristet bis zum 31.3.2023 – „Dual-use“-Nachtsichtgeräte zur Schwarzwildjagd ohne die bisher erforderliche Einzelfallgenehmigung verwenden.

Die Begründung im Amtsblatt: “Aufgrund der akuten Gefahr, dass sich die Afrikanische Schweinepest von Osteuropa nach Deutschland hin ausbreitet, ist in ganz Bayern bei Vorkommen von Schwarzwild von einem Vorliegen besonderer Gründe für eine Einschränkung des jagdrechtlichen Verbots auszugehen. Die Revierinhaber sehen im Rahmen ihrer jagdgesetzlich vorgegebenen Revierverantwortung, die Notwendigkeit des Einsatzes von Nachtsichttechnik, um die Population des überwiegend nachtaktiven Schwarzwildes und die damit einhergehende Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest, einzudämmen. Es ist daher für die Allgemeinheit geboten, alle jagdrechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um einer mögliche Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in die heimische Wildschweinpopulation entgegenzuwirken.”

Wichtige Nebenbestimmungen:

  • Die Ausnahme gilt ausschließlich für die Bejagung von Schwarzwild. Eine Erlegung anderer Wildarten ist nicht zugelassen.
  • Die Verbindung zwischen „Dual-use“-Nachtsichtvorsatzgerät, IR-Strahler und einer Jagdlangwaffe, dem Zielhilfsmittel einer Jagdlangwaffe oder der künstlichen Lichtquelle mit einer Jagdlangwaffe, darf erst im jeweiligen Revier hergestellt werden. Das „Dual-use“-Nachtsichtvorsatzgerät, der IR-Strahler oder die künstliche Lichtquelle dürfen außerhalt des je-
    weiligen Reviers nur getrennt von Zielhilfsmittel sowie Jagdlangwaffe transportiert und aufbewahrt werden.
  • Das mit der Nachtsichttechnik erlegte Schwarzwild ist in der Streckenliste mit dem Vermerk „Nachtsicht“ einzutragen.

Details sind nachzulesen im Amtsblatt Nr. 20 >>