Kitztod durch Heumahd

Die ersten Rehkitze sind bereits gesehen worden, teilt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, 1. Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau (JJVD) mit. Er bittet deshalb die Landwirte bei der Heumahd besondere Sorgfalt walten zu lassen und sich mit dem Revierpächter vor der Mahd in Verbindung zu setzen, damit gemeinsam die richtige Strategie besprochen werden kann, um die größtmögliche Sicherheit für die Kitze bei der Mahd zu gewährleisten. Dr. Ernst-Ulrich Wittmann setzt dabei auf gegenseitiges Verständnis zwischen Landwirt und Revierpächter.

Der 1. Vorsitzende weist deshalb ausdrücklich noch mal auf die Gegenseitigkeit hin, weil rein rechtlich für den Landwirt durchaus die Gefahr besteht, mit dem Tierschutzgesetz in Konflikt zu geraten. Denn nach dem Tierschutzgesetz macht sich jemand strafbar, der ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet. Der Landwirt ist deshalb verpflichtet, die Wiese vor der Mahd abzusuchen. Das Tierschutzgesetz sieht durchaus empfindliche Strafen vor. Es besteht die Möglichkeit der Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren bzw. einer Geldstrafe.

Damit dies nicht zum Tragen kommt, empfiehlt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, neben der bereits im Vorfeld in der Presse veröffentlichten Möglichkeit des akustischen Rehkitzretters, das genannte Absuchen sowie das Vergrämen. Als zusätzliches Mittel der Kitz- bzw. Wildrettung hat sich die Mahd von innen nach außen bewährt. Weitere Möglichkeiten sind mechanische Kitzretter bzw. der Einsatz von Drohnen.

Die Kitzrettung hilft auch den Landwirten, denn die Überreste der getöteten Kitze können das Viehfutter so vergiften, dass die Tiere des Landwirts Schaden nehmen können.

Die jeweiligen Landwirte und Jagdpächter würden sich sicherlich freuen, wenn freiwillige Helfer die abgestimmte Suche unterstützen würden.