Kitzrettung 2020 – Jäger ziehen positive Bilanz

Fast täglich waren in den letzten Wochen die Jägerinnen und Jäger im Landkreis Dachau unterwegs, um Kitze aus den Wiesen vor dem Mähwerk zu retten. Mit Erfolg freut sich Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägerverein Dachau (JJVD): „Es ist uns wieder gelungen, viele von den kleinen Kitzen vor dem Tod oder vor schlimmen Verstümmelungen zu bewahren. Herzlichen Dank an alle Kitzretter aus der Jägerschaft, den Bauernfamilien und den vielen Tierfreunden aus der Bevölkerung für ihren Einsatz. Sie haben mit großem Engagement viel Leid verhindert.“

„Landwirte und Jäger stehen gemeinsam in der Verantwortung, etwas gegen den Mähtod zu tun“, so Dr. Ernst-Ulrich Wittmann. „Die einen aus jagdethischer Verpflichtung heraus, die anderen von Gesetzes wegen. Entscheidend ist, dass die Landwirte die Jäger rechtzeitig über den Erntetermin informieren, damit optimal zusammengearbeitet werden kann.

Die Botschaft ist vielerorts angekommen. Das Bewusstsein für die Kitzrettung war noch nie so groß wie dieses Jahr. Überall bilden sich neue engagierte Kitzretter-Gruppen aus Jägern, Landwirten und Ortsansässigen, um gemeinsam Scheuchen oder akustische Kitzretter an den Wiesen aufzustellen und mit neuen Ideen und viel Engagement nach Kitzen zu suchen.

Besonders gefährdet sind Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen. Denn die Rehgeißen setzen ihre Kitze besonders auf diese Flächen. Dort sind sie besser vor ihren Fressfeinden geschützt und Geiß und Kitz finden einen besonders üppig gedeckten Tisch. Das frische eiweißreiche Gras fördert die Milchbildung beim Muttertier und liefert erste saftige Nahrung für die Kitze.

Immer wieder ist im Radio zu hören oder in der Zeitung zu lesen, dass ein Kitz gerettet wurde. Dies ist leider oft Tierliebe, die zu großem Tierleid führt. Deshalb die wichtige Information, von Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, an alle Naturnutzer: „Jungtiere sind oft allein aufzufinden. Das hat nichts damit zu tun, dass die Elterntiere nicht mehr da sind, sondern ist Teil ihrer Strategie, den Nachwuchs vor Fressfeinden zu schützen. Meist sind die Elterntiere nicht weit und wachen über ihren Nachwuchs. Doch wenn Menschen sich nähern, bleiben die Elterntiere in der Deckung.“

Für den Menschen heißt das: Bitte halten Sie gebührenden Abstand und bitte berühren Sie Wildtiere keinesfalls, auch dann nicht, wenn sie augenscheinlich allein und hilflos sind. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, besteht die Gefahr, dass die Muttertiere ihre Jungen nicht mehr versorgen.

Bildnachweis: T. Schreder, BJV