Hubertuserklärung 2018

Am 3. November ist der Hubertustag. Bayernweit ehren die Jäger den Hl. Hubertus mit festlichen Messen und Gottesdiensten, ein ehrwürdiger Brauch, heute wichtiger denn je – und Zeit, mehr Respekt vor dem Wild zu zeigen.

Der Respekt vor unseren heimischen Wildtieren geht zunehmend verloren. Sie spielen in der modernen Gesellschaft keine Rolle mehr und müssen gnadenlos wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interesse weichen. Die Hubertusfeiern landauf landab sind eine gute Gelegenheit, über unseren Umgang mit dem Wild nachzudenken. „Wie in der Legende vom Hl. Hubertus müssen auch wir wieder den Wildtieren mehr Respekt entgegenbringen“, betont Dr. E.-Ulrich Wittmann, 1. Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägerverein Dachau e.V. „Oft werden unsere Wildtiere nur als Schädlinge stigmatisiert und fallen Ideologien zum Opfer – und ihnen steht immer weniger Lebensraum zur Verfügung. Nicht immer mehr schießen, sondern mehr Schutz des Wildes ist das zentrale Anliegen der Jäger. Wald mit Wild statt Wald vor Wild. Auch unsere Wildtiere haben ein Recht auf Artenschutz. Sie brauchen einen Anwalt, der die Bedürfnisse der Wildtiere kennt und sie auch verteidigt. Jetzt zum Hubertustag sollten wir uns das wieder einmal vor Augen führen.“

Deshalb stehen die bayerischen Jäger und auch der Jagdschutz- und Jägerverein Dachau e.V. zu ihrer Hubertuserklärung:

Unsere heimischen Wildtiere …

  • sind Teil der Schöpfung
    Unsere Wildtiere sind ein Teil der Schöpfung und nehmen einen wichtigen Platz im Ökosystem ein. Wald, Feld und Wild bilden eine ökologische Einheit und sind nicht Jagdschutz- und Jägerverein Dachau e.V. im Landesjagdverband Bayern e.V. voneinander zu trennen. Kein Naturgut kann über ein anderes gestellt werden. Der Mensch trägt die Verantwortung, dass das so bleibt. Er ist verantwortlich für seine Mitgeschöpfe und sollte sich heute mehr denn je aktiv für sie und ihre Bedürfnisse einsetzen.
  • gehören zur Heimat Bayern
    Auch unsere Wildtiere sind ein unschätzbarer Bestandteil bayerischer Landeskultur. Sie verdienen Artenschutz. Denn der Schutz der Artenvielfalt ist unteilbar. Es gibt kein Gut und Böse in der Tierwelt. Art. 1Abs. 1 des Bayerischen Jagdgesetzes bringt das auf den Punkt: „Die freilebende Tierwelt ist wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Sie ist als Teil des natürlichen Wirkungsgefüges in ihrer Vielfalt zu bewahren.“
  • müssen erlebbar bleiben
    Auch künftige Generationen sollen unsere Wildtiere kennen und schätzen lernen. Dafür ist die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen für unser Wild oberstes Gebot. Langfristige und nachhaltige Konzepte im Umgang mit unseren Wildtieren und ihrem Lebensraum müssen weiterentwickelt werden.
  • brauchen artgerechten Lebensraum
    In unserer dicht besiedelten und stark genutzten Kulturlandschaften sind artgerechte Lebensräume für unsere Wildtiere von existenzieller Bedeutung. Wildtiere brauchen Rückzugsgebiete, in denen Ruhe und Sicherheit herrscht. Sie brauchen Flächen, auf denen sie Nahrung finden und sie brauchen vernetzte Lebensräume, damit sie ihre natürlichen Verhaltensmuster auch leben können. Nur mit diesen Grundbedingungen erreichen wir angepasste, artenreiche und gesunde Wildbestände.
  • brauchen eine breite Allianz zum Überleben
    In unserer heutigen zivilen Gesellschaft mit all ihren Herausforderungen und Einzelinteressen brauchen Wildtiere mehr denn je eine umfassende Vertretung ihrer Bedürfnisse, einen Anwalt des Wildes. Die Akzeptanz und Unterstützung einer breiten Bürgerallianz ist dabei von großer Bedeutung. Ziel muss eine Wildallianz sein, die den Respekt vor den Wildtieren sichert und verhindert, dass unsere heimischen Wildtiere zum Schädling herabgewürdigt werden. Nur gemeinsam lässt sich so die Artenvielfalt in Feld, Wald und Flur sichern.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.jagd-bayern.de.

Bildnachweis: Haeferl / Wikimedia Commons