Die Jagd im Visier von „Ökojägern“

Der Vorsitzende des Jagdschutz- und Jägervereins Dachau (JJVD), Dr. Ernst-Ulrich Wittmann, ist konsterniert über die „Rottaler Erklärung“, die eine kleine Gruppe, die sich „Ökojäger“ nennt, verfasst hat. Mit einem Angriff gegen das bewährte Jagdgesetz und mit Forderungen, die sich einzig und allein auf eine Erhöhung der Abschusszahlen konzentrieren, versucht dieser Jagdverband, Ökologie und Ökonomie zu vermischen.

Dieses Positionspapier des Ökologischen Jagdverbands (ÖJV) ist für Dr. Ernst-Ulrich Wittmann ein Schritt rückwärts und zeigt, dass die Initiatoren in der Vergangenheit verhaftet und nicht für die Zukunft gewappnet sind. In 16 Punkten werden alte, längst überholte Forderungen gebetsmühlenartig wiederholt, u.a. das Aus für die verpflichtende Hegeschau, das Verbot der Notzeit-Fütterung, die Verkürzung der Pachtdauer und gipfelt damit, zum Schutz der Tiere die Jagdzeiten zu verlängern.

Insbesondere die Forderung, die Jagdzeit zu verlängern, ist unter Experten der Veterinärmedizin, der Wildbiologie und des Tierschutzes der vollkommene falsche Ansatz, denn es herrscht Einigkeit darüber, dass permanente Beunruhigungen und übertriebener Jagddruck eine der Hauptursachen für Wildschäden im Forst sind. Deshalb fordern sie schon lange, ebenso wie der Bayerischer Jagdverband (BJV), aus wildbiologischer und ökologischer Sicht, die Jagdzeiten zu verkürzen. Entscheidend ist außerdem die Schaffung von ausreichend Ruhezonen und artgerechten Lebensräumen.

Entgegen der übereinstimmenden Meinung der in Bayern in die jagdliche Bewirtschaftung eingebundenen Verbände und Organisationen, spricht sich der ÖJV mit dieser Erklärung für eine Änderung des Jagdgesetzes aus. Dem stehen der der Bayerische Jagdverband (BJV) und der JJVD als Mitglied des BJV deutlich entgegen und verweisen auf die hohe Qualität des Bayerischen Jagdgesetzes, das für viele Länder Vorbildcharakter hat.

Außerdem fordern die „Ökojäger“ in schulmeisterlicher Manier mehr Fortbildung für die Grundeigentümer und eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins gegenüber Politik, Behörden und Landratsämter. Landwirte und Waldbesitzer beweisen tagtäglich, dass sie sehr gut ohne solche bevormundenden Ratschläge auskommen. Die im BJV organisierten Jäger setzen auf das Miteinander von Jägern und Jagdgenossen. Denn nur gemeinsam lässt sich viel für die Natur und den Wald erreichen. Dafür bietet der BJV schon seit vielen Jahren freiwillige Fortbildungen und Schulungen an, die gerade auch von den Jagdgenossen gerne angenommen werden, und zeichnet regelmäßig Jagdgenossenschaften für ihre vorbildliche Zusammenarbeit mit der privaten Jägerschaft aus.

Als anerkannte Vertretung der Jagd in Bayern fordert der BJV ein klares Bekenntnis zu „Wald und Wild“. Verbunden ist damit die Hege der heimischen Wildtiere und die Pflege des dazugehörigen artenreichen Waldes. Die einseitigen Forderungen der „Ökojäger“, die nur zu Lasten der Wildtiere gehen, verurteilt Dr. Ernst-Ulrich Wittmann.